An Experiment in Passivity -- Day 15 -- Blues is a Feeling -- German language

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Blues kann man auf ein Notenblatt niederschreiben, aber ohne Blues-Feeling sind die abgespielten Noten kein richtiger Blues.

Es gibt, meiner Meinung nach, einige große Jazzmusiker, die keinen richtigen Blues spielen können. Andersherum muss ich einräumen, dass diese improvisierte amerikanische Musik aus der gleichen Quelle entspringt. Deshalb sind "Labels" manchmal nicht ausschlaggebend.

Über dieses Thema habe ich mit Barbara Dennerlein gesprochen. Hier ist meine zugegebene unzureichende Übersetzung:

Alan Bryson: Ich denke an Jazz und Blues als Brüder. Blues ist der jüngere, wildere Bruder, der am Freitagabend nach Lust und Laune los lassen will. Er ist kinetisch und um die Ränder rauer. Jazz ist auch ein lustiger Kerl, aber er ist aufs College gegangen, er ist reifer und anspruchsvoller...

Barbara Dennerlein: Ja, das ist richtig. Du weißt, dass ich manchmal mit ein paar Jungs spiele, die ein Blues-Duo haben, und traditionellen Blues und Boogie Woogie spielen. Für mich ist es immer anders, weil ich aus dem Jazz komme. Ich liebe den Blues, das weißt du doch, aber die Harmonien sind im Jazz viel komplizierter, also, wenn ich mit ihnen spiele und zu den Wurzeln zurückkomme, muss ich wirklich Dinge loslassen und nicht die Erweiterungen und harmonischen Sachen spielen, die ich bei Jazz-Musik oder bei einem jazzigen Blues spiele. Man muss sich wirklich auf die einfachen Dinge konzentrieren, und das ist auch eine Herausforderung.

Normalerweise kann man davon ausgehen, dass eine Opernsängerin den Blues nicht singen könnte. Es verlangt eine ganz andere Technik und Mentalität. Aber jetzt stelle ich euch eine Opernsängerin vor, die nicht nur den Blues singen kann -- sie ist eine phänomenale Bluessängerin.

Sie heißt Valerie Wellington und hat Big Maybelle in den Film Whole Lotta Shakin' Goin' On gespielt, der die Lebensgeschichte vom Rock & Roller Jerry Lee Lewis erzählt. Für mich hat sie sogar die großartige originale Version von Big Maybelle verbessert. Übrigens sieht man in dem Clip, dass "shaken" nicht nur "schütteln" heißt, sonder auch "wackeln" ;-)

Tragischerweise ist diese wunderbare Sängerin mit 33 Jahren an einem zerebralen Aneurysma gestorben.

Man könnte ebenfalls meinen, dass ein weltberühmter klassischer Pianist, wessen Mozart- und Beethoven-Interpretationen neue Maßstäben gesetzt hat, keinen richtigen Blues spielen könnte. Friedrich Gulda beherrschte nicht nur klassische Musik, sondern auch Jazz, und wie man sieht und hört Blues.

Obwohl Barbara Dennerlein eine Europäerin und Jazzmusikerin ist, ist sie auch einer meiner Lieblingsbluesspieler.

Foto: von pxhere labeled free use, effects and text by @roused

Danke für's vorbeischauen

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